Tee-Zeremonie

Ihr habt vielleicht schon von Bodhidharma gehört, einem der größten Meister der Meditation in der ganzen Geschichte der Menschheit. Von ihm wird eine wunderschöne Geschichte erzählt.

Er konzentrierte sich auf etwas außerhalb: Seine Augen wollten nicht stillhalten, die Konzentration ging verloren und so riss er sich die Augenlider aus, warf sie fort und konzentrierte sich. Nach ein paar Wochen sah er ein paar Pflanzen an der Stelle wachsen, wo er seine Augenlider hingeworfen hatte. Dies geschah auf einem Berg in China und der Berg hieß ,Tah` oder ,Ta‘. Daher das Wort ,Tee`. Diese Pflanzen, die dort wuchsen, wurden zu Tee – und darum hält Tee euch wach!

Wenn euch die Augen zufallen und ihr einschlafen möchtet, trinkt eine Tasse Tee! Es sind die Augenlider Bodhidharmas. Das Teetrinken ist deshalb für Zen-Mönche eine heilige Sache. Tee ist nichts Gewöhnliches, er ist heilig… Bodhidharmas Augenlider!
In Japan haben sie Tee-Zeremonien und jedes Haus hat einen Teeraum, und der Tee wird mit religiöser Zeremonie serviert; er ist heilig. Tee muss in einer sehr meditativen Stimmung getrunken werden. Die Japaner haben wunderschöne Zeremonien um das Teetrinken gewoben. Sie betreten den Teeraum wie einen Tempel. Dann wird der Tee angerichtet und jeder sitzt still da und lauscht, wie der Samowar sprudelt. Das Dampfen, das Brodeln… und alle hören nur zu. Es ist nichts Gewöhnliches – es sind die Augenlider Bodhidharmas! Und weil Bodhidharma mit offenen Augen wach bleiben wollte, hilft der Tee nach.

Ob wahr oder nicht, die Anekdote ist schön.

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